Besuch der Gedenkstätte des Deutschen Widerstandes – Ein Mahnmal der Courage…

Der Bendlerblock in der Staufenbergstraße, nahe dem Potsdamer Platz und der Philharmonie, war das ersehnte Ziel unserer kleinen Gruppe Geschichtsleistungskursler der 12. Klasse, die sich durch das freitägliche Nebelgrau des 12.12.2015 mit Hilfe der kreativ (nicht) fahrenden S-Bahnen bewegte. Angekommen und aufgewärmt begann unser Seminar, welches den Schwerpunkt der unterschiedlichen Bewertung des Widerstandes in beiden deutschen Staaten nach der Zeit des Nationalsozialismus hatte, mit einer Einführung. Anschließend begann der Rundgang durch einige Bereiche der Dauerausstellung. Dabei wandelten wir auf historischen Boden, denn der Bendlerblock war in der NS-Zeit der Sitz der deutschen Heeresleitung und Ort der Exekution, unter anderem Stauffenbergs nach dem gescheiterten Attentat am 20.07.1944. Dies wurde uns bei jedem Blick in den Innenhof durch eine Gedenktafel und einer übermannshohen Statue bewusst. Kontroverse Diskussionen lockerten die meist etwas gedrückte Stimmung in den ruhig und modern gestalteten älteren Räumlichkeiten, sodass die eine oder andere Erkenntnis in ihrer Komplexität mit einem erhellenden Lächeln aufgenommen wurde.

Die Ausstellung zeigt viele Fotos und Dokumente, welche wir ausführlich in der anschließenden Gruppenarbeit auswerteten und so zu kleinen Expertengruppen für einzelne Widerstandspersonen wurden. Nach dieser textbezogenen Arbeit präsentierten die einzelnen dreiköpfigen Expertengruppen in und mit der Ausstellung ihre Erkenntnisse über die Beweggründe und den Widerstandsverlauf, sowie die Entwicklung nach Kriegsende unter anderem des Ehepaars Hampel oder Liselotte Herrmanns. Mit einem Feedback bezüglich der Seminargestaltung klang diese (ge)denkwürdige Exkursion aus und wir machten uns anschließend noch Gedanken über den Mut der Widerständler und die Rechtmäßigkeit von Widerstand.

Vielen Dank für diese informative und prägnant gestaltete Exkursion!

Hagen Ständel