Die Klasse 9b besucht die Gedenkstätte zur Köpenicker Blutwoche…


Viele Schülerinnen und Schüler fahren täglich am Gebäude des Amtsgerichts Köpenick in der Puchanstraße vorbei, aber niemand wusste bisher, was sich dort, im ehemaligen Gefängnis des Amtsgerichts, im Juni 1933 ereignet hat. Die Köpenicker Blutwoche gehört zu einem besonders grausamen Abschnitt deutscher Vergangenheit, geschehen in unserer unmittelbaren Umgebung.Im Geschichtsunterricht hatten wir mit unserer Lehrerin Frau Fischer besprochen, wie es den Nationalsozialisten ab dem 30.01.1933 gelang, die Demokratie in Deutschland zu beseitigen und eine Diktatur zu errichten. So besaßen wir gute Grundlagen, um nach einer kurzen Einführung in Kleingruppen verschiedene Themen dieses regionalgeschichtlichen Ereignisses zu bearbeiten. Es ging zum Beispiel um die Brutalität von SA-Männern gegen die Familie Schmaus, die Ermordung von Erich Janitzky und anderer Opfer, Razzien in der Elsengrund-Siedlung, Misshandlungen von Maria Jankowski, Rechtfertigung der Täter und Gerichtsverhandlungen gegen diese nach 1945. Wir waren sehr erschüttert darüber, mit welcher Grausamkeit politische Gegner von SA-Leuten gefoltert und getötet wurden. Bis zu 500 Menschen wurden in dieser Woche Opfer der Gewalttaten, mindestens 23 von ihnen starben. Wir sahen die kleinen, damals völlig überfüllten Zellen und den Betsaal, in dem Andersdenkende qualvoll gefoltert wurden. Viele von uns nahmen sehr konzentriert und nachdenklich die umfangreichen Informationen auf und es ist uns noch einmal klarer geworden: Nie wieder braune Diktatur!!!