Kurzgeschichten aus dem Deutschunterricht der Klasse 8c

Wir, die Klasse 8c, haben im Deutschunterricht Kurzgeschichten behandelt. Wir Schüler bekamen daraufhin die Aufgabe, eine eigene Kurzgeschichte zu schreiben. Es folgen hier zwei Kurzgeschichten, die im Deutschunterricht entstanden sind. Ausgangspunkt waren aktuelle Zeitungsmeldungen (u.a. zu der Flutkatastrophe in Mosambik). 


 

Fränzelein, hab keine Sorgen, denn ich seh‘ bereits den Morgen  

Sie schaudert. Überall um sie herum schwimmen Trümmer. Ein Schauer läuft ihr über den Rücken. Sie kann das eiskalte Wasser spüren, welches ihr um die Beine läuft. Sie schaut nach unten und erschrickt. Der Boden, auf dem sie gerade noch gestanden hat, ist fort. Schützend hält sie den kleinen Franz im Arm. ,,Fränzelein, hab keine Sorgen denn ich seh‘ bereits den Morgen“, flüstert sie dem Kleinen zu.

Rundherum sieht sie niemanden. Es scheint, als seien alle von dem kalten Wasser, das im Mondlicht glänzt, verschlungen worden. Überall um sie herum schwimmen Trümmer. Die Luft ist eisig, noch eisiger jedoch das Wasser, in dem sie steht. Sie hält den Kleinen immer noch eng an sich gepresst. Auf einmal fängt der Kleine an zu schreien, ja, er heult und flucht. Dann, ohne mit der Wimper zu zucken senkt sie sich und lässt den Kleinen ins Wasser sinken. Sie stößt ihn fort und der Kleine entfernt sich langsam von ihr. Erst schwimmt er noch eine Weile, dann verschwindet er auf ewig unter der Wasseroberfläche. Sie hört ihn nicht schreien, merkt keine auffällige Bewegung des Wassers und sieht ihn nimmermehr.

Alles ist still. Kein Mucks weit und breit. Das Wasser liegt nach wie vor, vom Strahl des Mondes gezeichnet, da. Sie richtet sich auf, richtet ihr Gesicht zum Mond empor und spricht zu ihm: ,,Möge er dich tragen und vor Unheil bewahren und vergesse nicht, mein Fränzelein, hab keine Sorgen, denn ich seh‘ bereits den Morgen“.

Lucia P.  

Jonas Montgomery 

Er wollte nur ausgehen mit seiner neuen Freundin, mit der er seit einem Monat zusammen ist. Also ging er zur Bank, ohne einen Nebengedanken. „Guten Abend, Mr. Beaufort. Schön, Sie wiederzusehen.“, begrüßte der Türsteher Mr. Beaufort freundlich, jedoch hatte er sein alltägliches Poker Face aufgesetzt. Es sah gefährlich aus. Mr. Beaufort nickte ihm nur zu und ging geradewegs in die Hochsicherheitsbank. Und da sah er ihn…Den meist gesuchten Verbrecher der Welt. Jonas Montgomery. Er war ein Informant des FBIs, deswegen durfte er frei rumlaufen im Tausch für eine Liste der Namen der unzähligen Verbrecher, die anonym Attentate verübten. Mr. Beaufort wusste jenes, da er der Leiter der Taskforce war, in der Montgomery half. Und eines wusste Beaufort durch die Zeit mit ihm: 

Da, wo Jonas Montgomery ist, passiert nie etwas Gutes. 

Mr. Beaufort machte kehrt und versuchte unentdeckt die Bank zu verlassen. Doch sobald er die Tür erreichte, fielen hinter ihm Schüsse. Er kniete sich hin und versteckte sich gerade rechtzeitig hinter einem Tresen. Währenddessen suchte er seine Waffe. Sie war nicht da. Er schaute hinter dem Tresen auf, der ihm als Schutz galt, und sah Montgomery mit einem maskierten Mann diskutieren. Der maskierte Mann trug schwarze Kleidung, die ihn durch die weißen Wände im Trakt nur so hervorstechen ließen. Special Agent Beaufort hörte Fetzen eines Wortschwalls. „empfehlen“, „viel Geld“, und „mitnehmen“ waren die Worte, die Montgomery benutzte, um sich mit dem maskierten Mann zu verständigen.

Der Mistkerl wusste hiervon, dachte sich Beaufort. Er riskierte noch einen Blick über den Tresen und da passierte es. Einer der maskierten Männer drehte sich zu Beaufort und zielte auf seine Brust. Das war es. Die 15 Jahre FBI Training, in denen er für genau solche Situationen trainiert wurde, waren vergeblich. Der Schuss fiel. Die Patrone traf seine Brust und langsam verbreitete sich das Blut auf seinem Oberkörper. Ihm wurde kalt und schließlich gaben seine Beine unter ihm nach. Er fiel zu Boden. 

„Schatz?“, hörte er seine Freundin von oben panisch rufen. „Schatz? Alles in Ordnung?“ fragte sie und Beaufort öffnete die Augen. Er war aus seinem Bett gefallen. 

Luisa N.