{"id":68,"date":"2013-09-27T18:20:13","date_gmt":"2013-09-27T16:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/?page_id=68"},"modified":"2017-12-14T12:10:42","modified_gmt":"2017-12-14T10:10:42","slug":"die-kriegsjahre","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/?page_id=68","title":{"rendered":"Die Kriegsjahre"},"content":{"rendered":"[et_pb_section bb_built=&#8220;1&#8243;][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.0.91&#8243; background_layout=&#8220;light&#8220;]\n<h1 style=\"text-align: center;\">Die Kriegsjahre<\/h1>\n[\/et_pb_text][et_pb_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 30. Januar 1933 bekam Adolf Hitler von Reichspr\u00e4sident Hindenburg die Reichskanzlerschaft und die Aufgabe der Regierungsbildung \u00fcbertragen. Die Propagandaabteilung der NSDAP titulierte diesen Tag als &#8222;Tag der Machtergreifung&#8220;. Dennoch ver\u00e4nderte sich das Leben zuerst scheinbar nicht, die Menschen gingen weiterhin zur Arbeit und zur Schule. Als im Juni 1933, w\u00e4hrend der K\u00f6penicker Blutwoche, Sozialisten aus Friedrichshagen gefangengenommen und teilweise ermordet wurden, schien das Leben auch normal weiterzugehen. Die NSDAP erlie\u00df Gesetze und Verordnungen, die das Leben j\u00fcdischer Mitb\u00fcrger und Gegner des Regimes immer st\u00e4rker einschr\u00e4nkte. Die Presse, Rundfunk, Gewerkschaften etc. wurden gleichgeschaltet. Kinder und Jugendliche sollten ebenfalls &#8222;gleichgeschaltet&#8220; werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-194\" src=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1.jpg 224w, https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1-150x112.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>Dr. Reiske war seit 1925 Direktor, doch kam es in der Vergangenheit mit einem Teil der Elternschaft immer wieder zu \u00f6ffentlichen Auseinandersetzungen, die ihren Ursprung in den politischen Spannungen dieser Zeit hatten. Am Ende des Jahres 1933 musste Dr. Reiske Friedrichshagen verlassen. Direktor wurde Dr. Otto Freitag, der bis zu seinem Tod durch ein Herzleiden, im November 1935, die Anstalt leitete. Oberstudienrat Dr. Steinbacher f\u00fchrte die Schule ein ganzes Jahr lang bis zur \u00dcbernahme durch den Koblenzer Mathematiker Dr. Eugen Herrmann im Dezember 1936. Dr. Herrmann versuchte die Sch\u00fcler- und Lehrerschaft auf einen nationalsozialistischen Nenner zu bringen, jedoch stie\u00df er immer wieder auf deren Widerstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Unterrichtsangebot und schulische Darbietungen wurden aufgrund von staatlicher Leitung und Normung minimiert; die Freizeit der Sch\u00fcler sollte dem Deutschen Jungvolk und der Hitlerjugend zur Verf\u00fcgung stehen. Es wurden F\u00e4cher wie Latein, Mathematik, Deutsch, Biologie, Sport, Musik und ab 1937 auch Englisch sowie Franz\u00f6sisch, Chemie und Physik in den h\u00f6heren Klassen unterrichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Lehrerschaft gab es \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche Kollegen. Bis 1939 unterrichtete nur eine Frau in der A\u00dfmannstra\u00dfe. Als dann aber vermehrt M\u00e4nner zum Kriegsdienst eingezogen wurden, &#8222;rekrutierte&#8220; man wieder mehr ehemalige weibliche und m\u00e4nnliche Lehrer, teilweise aus dem Ruhestand, um den normalen Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten. Das in der Bruno &#8211; Wille &#8211; Stra\u00dfe eingerichtete Richard &#8211; Wagner &#8211; Oberlyzeum war ein sogenanntes M\u00e4dchenlyzeum, die K\u00f6nig -Friedrich &#8211; Schule nur f\u00fcr Jungen. An den Schulen gab es ein Orchester (K\u00f6nig &#8211; Friedrich &#8211; Schule), eine Sch\u00fclerzeitung und sportliche Wettk\u00e4mpfe. Die Sch\u00fcler kamen aus den Randgebieten Berlins wie Rahnsdorf, Sch\u00f6neiche, R\u00fcdersdorf, Erkner und K\u00f6penick.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nadine Helwig<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Der Krieg hat eine ganze Reihe von einschneidenden \u00c4nderungen f\u00fcr unsere Schule mit sich gebracht&#8230;&#8220;, so beginnt das Mitteilungsblatt Nr.6 des Bundes der Eltern und Freunde der Richard &#8211; Wagner &#8211; Schule (heutiges Gerhart &#8211; Hauptmann &#8211; Gymnasium) Berlin &#8211; Friedrichshagen vom Dezember 1939. So mussten Sch\u00fcler und Lehrer der K\u00f6nig &#8211; Friedrich &#8211; Schule in der Bruno &#8211; Wille &#8211; Stra\u00dfe mit aufgenommen werden. Der Unterricht musste notgedrungen so gek\u00fcrzt werden, dass jede Klasse nur noch 30 Wochenstunden unterrichtet werden konnte. Wochenweise wechselnd fanden diese Vor- und Nachmittags statt: Im Dezember vorm. 8.15 &#8211; 11.45 Uhr und nachm. 12.15 &#8211; 15.45 Uhr, im Januar vorm. 8.15 &#8211; 12.00 Uhr und nachm. 12.30 &#8211; 16.00 Uhr und im Februar vorm. 8.00 &#8211; 12.00 Uhr und nachm. 12.30 &#8211; 16.30 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-196\" src=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2-300x216.jpg 300w, https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2-208x150.jpg 208w, https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2-150x108.jpg 150w, https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>W\u00e4hrend sich ein Teil der Jungen der Richard &#8211; Wagner &#8211; Schule freiwillig zum Milit\u00e4rdienst meldeten, war es den M\u00e4dchen der Nachbaroberschule gestattet, Kriegshilfsdienst, d.h. Arbeit in der Landwirtschaft zur Unterst\u00fctzung der B\u00e4uerinnen und verbliebenen Arbeiter oder im Reichsarbeitsdienst vor der Beendigung der Schulausbildung zu leisten. Im Erlass vom B. September 1939 wurde festgelegt, dass bei Vorlegung einer Bescheinigung \u00fcber pflichtgetreue Arbeit im wichtigen Kriegshilfsdienst das Abgangszeugnis nachtr\u00e4glich den Vermerk erh\u00e4lt: &#8222;Der Sch\u00fclerin wird auf Grund des Erlasses vom B. September 1939 die Reife zuerkannt.&#8220; So machte der Nationalsozialismus es auch den M\u00e4dchen m\u00f6glich, ihren Beitrag zur &#8222;erfolgreichen&#8220; Beendigung des Krieges zu leisten. Bis 1940 konnte hier nur die Reifepr\u00fcfung abgenommen werden. Ab 1941 konnte man in Friedrichshagen auch die allgemeine Hochschulreife erlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 15. September 1939 fand die Einweihung des Sportplatzes hinter dem Geb\u00e4ude der Richard &#8211; Wagner &#8211; Schule statt. Da es zu dieser Zeit nur wenige Schulen mit einem eigenen, in unmittelbarer N\u00e4he liegenden Sportplatz gab, galt diese Einrichtung als eine Besonderheit. Der zuvor noch als &#8222;Grassteppe mit verwilderten Obstb\u00e4umen&#8220; titulierte Ort wurde in eine gr\u00fcne Rasenfl\u00e4che, umrandet von einer 250 m langen Lautbahn und entsprechenden Weit- und Hochsprunganlagen, verwandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1940 kam es zu den ersten Kinder &#8211; Landverschickungen, an denen sich auch die K\u00f6nig &#8211; Friedrich &#8211; Schule beteiligte. Auf Grund eines kurzen autobiographischen Berichts von Klaus Albrecht (1930- &#8230;), der mit 13 Jahren an der 4. KLV von 1943 nach Ustron\/Polen in Oberschlesien teilnahm, ist es m\u00f6glich, einen kleinen Einblick in dieses Leben weit entfernt vom Elternhaus in einer erzwungenen Gemeinschaft von 40 Jungen mit schlechten Lebensbedingungen zu nehmen. Vielen Jugendlichen war es erst nach mehreren Jahren verg\u00f6nnt, Herrn Albrecht erst im Mai 1946, ihre Eltern wiederzusehen, einigen wenigen gar nicht. Von zwei Lehrern begleitet, erhielten sie zusammen mit anderen Sch\u00fclern Unterricht in fremden Schulgeb\u00e4uden, nicht selten mehrere Kilometer von der Unterbringung entfernt. Nach Beendigung des Krieges nahm ein Teil die schulische Ausbildung wieder auf. Die meisten halfen jedoch am Wiederaufbau mit. 1943 wurde die Schule v\u00f6llig geschlossen und in ein Lazarett umgewandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Franziska B\u00fcnger<\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><div class=\"et_pb_row et_pb_row_0 et_pb_row_empty\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div> Die Kriegsjahre <div class=\"et_pb_module et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div> Am 30. Januar 1933 bekam Adolf Hitler von Reichspr\u00e4sident Hindenburg die Reichskanzlerschaft und die Aufgabe der Regierungsbildung \u00fcbertragen. Die Propagandaabteilung der NSDAP titulierte diesen Tag als &#8222;Tag der Machtergreifung&#8220;. Dennoch ver\u00e4nderte sich das Leben zuerst scheinbar nicht, die Menschen gingen weiterhin zur Arbeit und zur Schule. 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Die Presse, Rundfunk, Gewerkschaften etc. wurden gleichgeschaltet. Kinder und Jugendliche sollten ebenfalls \"gleichgeschaltet\" werden.<\/p><p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1.jpg\"><img class=\"alignleft size-full wp-image-194\" src=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/1933-45-1.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"168\" \/><\/a>Dr. Reiske war seit 1925 Direktor, doch kam es in der Vergangenheit mit einem Teil der Elternschaft immer wieder zu \u00f6ffentlichen Auseinandersetzungen, die ihren Ursprung in den politischen Spannungen dieser Zeit hatten. Am Ende des Jahres 1933 musste Dr. Reiske Friedrichshagen verlassen. Direktor wurde Dr. Otto Freitag, der bis zu seinem Tod durch ein Herzleiden, im November 1935, die Anstalt leitete. Oberstudienrat Dr. Steinbacher f\u00fchrte die Schule ein ganzes Jahr lang bis zur \u00dcbernahme durch den Koblenzer Mathematiker Dr. Eugen Herrmann im Dezember 1936. Dr. Herrmann versuchte die Sch\u00fcler- und Lehrerschaft auf einen nationalsozialistischen Nenner zu bringen, jedoch stie\u00df er immer wieder auf deren Widerstand.<\/p><p style=\"text-align: justify;\">Das Unterrichtsangebot und schulische Darbietungen wurden aufgrund von staatlicher Leitung und Normung minimiert; die Freizeit der Sch\u00fcler sollte dem Deutschen Jungvolk und der Hitlerjugend zur Verf\u00fcgung stehen. Es wurden F\u00e4cher wie Latein, Mathematik, Deutsch, Biologie, Sport, Musik und ab 1937 auch Englisch sowie Franz\u00f6sisch, Chemie und Physik in den h\u00f6heren Klassen unterrichtet.<\/p><p style=\"text-align: justify;\">In der Lehrerschaft gab es \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche Kollegen. Bis 1939 unterrichtete nur eine Frau in der A\u00dfmannstra\u00dfe. Als dann aber vermehrt M\u00e4nner zum Kriegsdienst eingezogen wurden, \"rekrutierte\" man wieder mehr ehemalige weibliche und m\u00e4nnliche Lehrer, teilweise aus dem Ruhestand, um den normalen Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten. Das in der Bruno - Wille - Stra\u00dfe eingerichtete Richard - Wagner - Oberlyzeum war ein sogenanntes M\u00e4dchenlyzeum, die K\u00f6nig -Friedrich - Schule nur f\u00fcr Jungen. An den Schulen gab es ein Orchester (K\u00f6nig - Friedrich - Schule), eine Sch\u00fclerzeitung und sportliche Wettk\u00e4mpfe. Die Sch\u00fcler kamen aus den Randgebieten Berlins wie Rahnsdorf, Sch\u00f6neiche, R\u00fcdersdorf, Erkner und K\u00f6penick.<\/p><p style=\"text-align: justify;\">Nadine Helwig<\/p><p style=\"text-align: justify;\">\"Der Krieg hat eine ganze Reihe von einschneidenden \u00c4nderungen f\u00fcr unsere Schule mit sich gebracht...\", so beginnt das Mitteilungsblatt Nr.6 des Bundes der Eltern und Freunde der Richard - Wagner - Schule (heutiges Gerhart - Hauptmann - Gymnasium) Berlin - Friedrichshagen vom Dezember 1939. So mussten Sch\u00fcler und Lehrer der K\u00f6nig - Friedrich - Schule in der Bruno - Wille - Stra\u00dfe mit aufgenommen werden. Der Unterricht musste notgedrungen so gek\u00fcrzt werden, dass jede Klasse nur noch 30 Wochenstunden unterrichtet werden konnte. Wochenweise wechselnd fanden diese Vor- und Nachmittags statt: Im Dezember vorm. 8.15 - 11.45 Uhr und nachm. 12.15 - 15.45 Uhr, im Januar vorm. 8.15 - 12.00 Uhr und nachm. 12.30 - 16.00 Uhr und im Februar vorm. 8.00 - 12.00 Uhr und nachm. 12.30 - 16.30 Uhr.<\/p><p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2.jpg\"><img class=\"alignright size-medium wp-image-196\" src=\"https:\/\/www.ghs-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Header2-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" \/><\/a>W\u00e4hrend sich ein Teil der Jungen der Richard - Wagner - Schule freiwillig zum Milit\u00e4rdienst meldeten, war es den M\u00e4dchen der Nachbaroberschule gestattet, Kriegshilfsdienst, d.h. Arbeit in der Landwirtschaft zur Unterst\u00fctzung der B\u00e4uerinnen und verbliebenen Arbeiter oder im Reichsarbeitsdienst vor der Beendigung der Schulausbildung zu leisten. Im Erlass vom B. September 1939 wurde festgelegt, dass bei Vorlegung einer Bescheinigung \u00fcber pflichtgetreue Arbeit im wichtigen Kriegshilfsdienst das Abgangszeugnis nachtr\u00e4glich den Vermerk erh\u00e4lt: \"Der Sch\u00fclerin wird auf Grund des Erlasses vom B. September 1939 die Reife zuerkannt.\" So machte der Nationalsozialismus es auch den M\u00e4dchen m\u00f6glich, ihren Beitrag zur \"erfolgreichen\" Beendigung des Krieges zu leisten. Bis 1940 konnte hier nur die Reifepr\u00fcfung abgenommen werden. Ab 1941 konnte man in Friedrichshagen auch die allgemeine Hochschulreife erlangen.<\/p><p style=\"text-align: justify;\">Am 15. September 1939 fand die Einweihung des Sportplatzes hinter dem Geb\u00e4ude der Richard - Wagner - Schule statt. Da es zu dieser Zeit nur wenige Schulen mit einem eigenen, in unmittelbarer N\u00e4he liegenden Sportplatz gab, galt diese Einrichtung als eine Besonderheit. Der zuvor noch als \"Grassteppe mit verwilderten Obstb\u00e4umen\" titulierte Ort wurde in eine gr\u00fcne Rasenfl\u00e4che, umrandet von einer 250 m langen Lautbahn und entsprechenden Weit- und Hochsprunganlagen, verwandelt.<\/p><p style=\"text-align: justify;\">1940 kam es zu den ersten Kinder - Landverschickungen, an denen sich auch die K\u00f6nig - Friedrich - Schule beteiligte. Auf Grund eines kurzen autobiographischen Berichts von Klaus Albrecht (1930- ...), der mit 13 Jahren an der 4. KLV von 1943 nach Ustron\/Polen in Oberschlesien teilnahm, ist es m\u00f6glich, einen kleinen Einblick in dieses Leben weit entfernt vom Elternhaus in einer erzwungenen Gemeinschaft von 40 Jungen mit schlechten Lebensbedingungen zu nehmen. Vielen Jugendlichen war es erst nach mehreren Jahren verg\u00f6nnt, Herrn Albrecht erst im Mai 1946, ihre Eltern wiederzusehen, einigen wenigen gar nicht. Von zwei Lehrern begleitet, erhielten sie zusammen mit anderen Sch\u00fclern Unterricht in fremden Schulgeb\u00e4uden, nicht selten mehrere Kilometer von der Unterbringung entfernt. Nach Beendigung des Krieges nahm ein Teil die schulische Ausbildung wieder auf. 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